9. Clemens Meyer

Der Meister, noch etwas jünger, Bildquelle: Wikipedia

Neun Mal gab und gibt es ihn nun schon, diesen Lektürezirkel für lebendige Literatur an der TU Dresden: Hier finden sich zusammen Leute aller Fakultäten und Sparten, Alters- und Selbsterfahrungsgruppen, Körpergröße und -dicke, Klassen und Massen, Her- und Hinkünfte – ob aus Uni oder Stadt, manchmal auch aus Uni und Stadt. Und was tun diese Leute? Sie lesen die Texte lebender Schriftarbeiterihinnen und Schriftarbeiterer, trinken dazu und palavern darüber, um sich zu vergesell- und vergemeinschaften, sich zu gesellen und zu erfreuen, um Einsichten zu gewinnen und Aussichten zu eröffnen, kurzum: um in Lektüre und Gespräch Lebensklugheit anzusetzen. Denn wie sagte schon unser alter Dichter Hölderle, ein weiser weißer alter toter Mann:

Nicht ist es gut,
Seellos von sterblichen
Gedanken zu sein. Doch gut
Ist ein Gespräch und zu sagen
Des Herzens Meinung, zu hören viel
Von Tagen der Lieb,
Und Taten, welche geschehen.

Neuer Autor, alte und neue Gesichter …

… alles bleibt beim Alten und beim Neuen. Wie gewohnt widmeten wir uns auch in Frühling, Sommer und Herbst 2017 mit aller Intensität dem Werk eines lebenden – und höchst lebendigen – Autors: Wir lasen Clemens Meyer, den Ungewöhnlichen, und das herrschafts- und überwachungsfrei, ohne Noten und Kreditpunkte, dafür aber mit geistvollem Getränk und Gespräch, und das am Abend! Ermöglicht durch die Förderung des Deutschen Literaturfonds und das Kulturhaus Loschwitz, denen wir an dieser Stelle noch einmal herzlichst danken, konnten wir Clemens Meyer am Mittwoch, dem 18. Oktober, bei einer Lesung in Loschwitz vor großem Publikum als Vorleser erleben. Nach einer kurzen Begrüßung durch die Hausherrin Susanne Dagen leitete Tim Preuß von unserem studentischen Lektürezirkel die Lesung des Autors sachkundig ein – Clemens Meyer las dann aus Die stillen Trabanten und ließ sich im Anschluß daran auf ein ausführliches Gespräch ein, das Tim Preuß mit ihm vor dem Publikum führte. In kleinerem Kreis konnten wir dieses Gespräch dann mit dem Autor bei Wein und Bier bis zum Anbruch des neuen Tages vertiefen …

Am Donnerstag saß der Lektürezirkel dann unverdrossen um 10 Uhr vormittags noch einmal in einer geschlossenen Veranstaltung im Kulturhaus Loschwitz mit dem Autoren zusammen, um mit ihm über sein Werk und seine Arbeit zu diskutieren:

Rückblick

Die diesen Höhepunkten vorgegangenen einzelnen Sitzungen des Lektürezirkels fanden, wie üblich, regelmäßig in unregelmäßigem Abstand statt, und zwar in der Wiener Straße 48, dem Fakultätsgebäude der Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften an der TU Dresden – stets nahe dem Zoo, wo wir uns denn wohlfühlen sollen und wollen. Das Programm sah im einzelnen wie folgt aus:

Di, 25.04.2017 (18.30 – ca 20.00 Uhr), W48/125: Meyers Publizistik, diverse in Zeitungen, Zeitschriften und anderen Medien publizierte Texte (Moderation: Freia Mittasch)

Mi, 31.05.2017 (18.30 – ca 20.00 Uhr), W48/125: Als wir träumten (Moderation: Tim Preuß)

Di, 06.06.2017 (19.00 – ca 21.00 Uhr), W48/003: Als wir träumten – Verfilmung des Romans (Moderation: Tim Preuß)

Mi, 14.06.2017 (18.30 – ca 20.00 Uhr), W48/125: Die Nacht, die Lichter (Moderation: Julia Abram)

Di, 27.06.2017 (19.00 – ca 20.30 Uhr), W48/125: Gewalten. Ein Tagebuch (Moderation: Anett Pollack)

Mi, 12.07.2017 (18.30 – ca 20.00 Uhr) Grillen unter der Albertbrücke und Debatte über: Die stillen Trabanten (Moderation: Freia Mittasch)

Mi, 16.8.2017 (18.30 – ca 20.00 Uhr) W48/125: Im Stein (Moderation: Michael Schulz)

Mi, 20.9.2017 (18.30 – ca 20.00 Uhr) W48/125: Die Äkschn GmbH (Moderation: Tim Kipke)

Do, 12.10.2017 (18.30 – ca 20.00 Uhr) W48/125: Eщё раз Als wir träumten (Moderation: Ulrich Fröschle)

Mi, 18.10.2017, 19.00 Uhr: Clemens Meyer liest im Kulturhaus Loschwitz – Öffentliche Lesung (Moderation: Tim Preuß)

Do, 19.10.2017 (09.30 Uhr Kulturhaus Loschwitz): Gesprächsrunde mit dem Schriftarbeiter (nur Lektürezirkel)


Gefördert vom Deutschen Literaturfonds e. V.


Erstelle eine Website wie diese mit WordPress.com
Jetzt starten